Ich habe einen Traum
Traum oder Trauma
Dank Gerald und vielen anderen, die aus der Liebe schöpfen, habe ich einen Traum von einer alten Wassermühle in einem Land, wo Kinder wählen können, ob sie ihre finanzielle Bildungsförderung lieber dem Beschulungssystem oder einem frei gewählten Bildungsort geben. So ein Platz ist in meinem Traum eine alte stillgelegte Wassermühle. Keine Frage für Kinder, wie die Entscheidung ausfällt. Am Platz ihrer freien Wahl, mit der Chattelkutsche vom Bahnhof angekommen, begrüßt sie gleich der hier dominierende Pfauenhahn vom Dach des alten Kornspeichers mit einem durchdringenden Ruf seiner Lebenslust. Wie alle Projektgäste hier ihre Lebenslust aus der Freiheit in Cokreativität schöpfen, die hier Konsens für ein gestalterisch erfüllendes Miteinander ist. Diese Freiheit repräsentiert hier der prächtig gefiederte Pfauenhahn, ohne gestutzte Flügel, von allen respektiert, mal an diesem, mal an jenem Ort. Respekt als Anerkennung von Einzigartigkeit in den individuellen Ausdrücken im gemeinsam empfundenen Einssein. In diesem Klima übergriffsgeschützter Gestaltungsmöglichkeit ist das freie Sein inmitten zum Entdecken einladender Landschaft wie die Frische des ersten Atemzugs, sich als Individuum selbständig wirkend zu erleben.
Der Anreiz für Bildungs- und damit Erlebniserwerb, geschieht manchmal bei denen, die gerade im Mühlenteich schwimmen lernen, oder im Dabeisein, wenn andere für das Dach der im Bau befindlichen Finnhütte das Material bestellen. Bei dieser Berechnung wird ganz unbeabsichtigt der Satz des Pythagoras verstanden. Spielender Kompetenzerwerb ist in diesem Traum ohne Übergriffe begleitender Erwachsener gleichsam Rehabilitation ins Urvertrauen als liebenswerte Persönlichkeit entdeckt und anerkannt zu sein. - Konkurrenz der Schöpfung, um im Traum der liebenden Güte beim Wachsen und Expandieren integriert zU SEIN:
Doch wehe, Schulkindern werden immer noch in einem traumatisierenden Albtraum die Flügel gestutzt. In Schulen erleben sich Kinder wie im Kriegsgefangenenlager. Erstmal gegen ihren Willen dorthin verschleppt, sitzen sie wie Hühner mit gestutzten Flügeln gefangen nebeneinander, um sich in Bereitschaft für die nächsten Anweisungen im Geist ihrer Kriegsfürsten gegeneinander hetzen zu lassen. Obendrauf müssen sie zu den alltäglichen Erniedrigungen auch noch die Verspottung “Bildung macht frei” schlucken. Den kriegsministerialen Unterwerfungs-Befehl Bismarcks müssten ja schon die Eltern, Groß- und Ureltern mit dem Rohrstock zu ihrer eigenen Glaubensdoktrin implantieren lassen. Schule ist in diesem Albtraum ja erdacht, jede kindlich ungebrochene Regung, sich im spielerisch cokreativen Experiment die Kompetenz für glückliches Überleben zu erwerben, in der Herrschafts-Demagogie zu ersticken, dass für den Menschen auch die Darwinsche These gelte, sich jeweils auf den Schultern Unterer stehend, weiter hoch zu hangeln. Dazu wird jedem Kind, das in diesem Albtraum gefangen ist, von kultusministeriellen Kollaborateuren sofort jede Hoffnung auf Würde abgesprochen. Im Hintergrund politischer Maskerade läuft in Endlosschleife der mit religiöser Inbrunst wiederholte Triller durch alle Medien, dass doch mit der Eintragung von unantastbarer Würde ins Grundgesetz alles in diesem Heiligenschein geregelt sei.
Die Demagogie der Klassenzimmer-Gefangenschaft endet nur mal vorübergehend im täglichen Freigang zu den Eltern, mit der Auflage, dass diese “ihre” Kinder noch früh vor Tagesanbruch aus dem Schlaf zu reißen haben, um sie erneut fremden Seelenhäschern in die Klassenzimmer zu überantworten. Klassenzimmer ist nicht von ungefähr ein vom Klassenkampf abgeleiteter Begriff. In Klassenzimmern quatschen selbsthypnotisch Agierende den Quatsch bei Strafandrohung nach, den schon ihre Eltern zu schlucken hatten. Dieser sinnentleerte Quatsch weist nur auf einen Zweck hin, nämlich damit in die Resignation für den wirtschaftlich / militärischen Übergriffsmodus zu treiben. Eine Dressur, in der kollektiver Obrigkeitskult zum nie mehr hinterfragten Standard psychopathischer Beziehungen erhoben wird!
Weil das für Seelen, die hier eigentlich zur Expansion ihres heiligen Selbst unterwegs sind, inakzeptabel ist, transportieren die unter der Schulbank gehandelten Designerdrogen den Wahrnehmungsfokus, in einen Film jener Sphäre, nach der freie Seelen im Seinsspiel greifen. So treiben aus dem gleichen Grund die laufend verfeinerten Intrigen kultusministerieller Lebensverwerung inzwischen sogar die “gewinnenden” Klassen karrieresüchtiger “Intellektueller” in die zugedröhnte Kokain-Subkultur des Campus. Zugedröhnt scheint man sich auf kultureller Augenhöhe in einer gelungenen Brillanz ohne Erwartung von Eigenleistung. Eben der wahrnehmungsfreie Zustand einer religiös hypnotisierten Wahnwelt übergriffiger Raubkultur .
Die Frage, die sich stellt ist, wie transformieren sich erwachende Lebensgeister vom Trauma, in einen Tagtraum, in dem die Polizei die Schulbusfahrer statt zu Schulen, zu den Wassermühlen umleitet?
Peter Stenzinger Lieber Peter,
dein Text liest sich wie ein Manifest für die Freiheit des Geistes. Die Metapher des Pfauenhahns auf dem Dach der Wassermühle ist ein starkes Bild für eine Form des Lernens, die nicht auf Gehorsam, sondern auf Neugier und dem "Satz des Pythagoras am Badeteich" basiert.
Es ist spürbar, wie tief der Schmerz über das sitzt, was du als "Flügelstutzen" beschreibst. Der Vergleich zwischen dem spielerischen Kompetenzerwerb und der "Klassenzimmer-Gefangenschaft" legt den Finger in eine Wunde, die viele Menschen spüren, wenn sie an ihre eigene Schulzeit oder das aktuelle System denken: der Verlust der intrinsischen Motivation zugunsten einer äußeren Dressur.
Besonders deine Frage am Ende bewegt mich: Wie gelingt die Transformation vom Trauma zum Tagtraum?
Vielleicht beginnt sie genau hier:
- Im Sichtbarmachen: Indem wir – wie du es getan hast – die Vision der Wassermühle so lebendig beschreiben, dass sie im Geist der Leser bereits existiert.
- In kleinen Freiräumen: Indem wir dort, wo wir Einfluss haben, Kindern (und uns selbst) die Erlaubnis geben, ohne Bewertung zu entdecken.
- In der Vernetzung: Dass aus dem "Ich habe einen Traum" ein "Wir bauen diesen Ort" wird.
Die Umleitung der Schulbusse beginnt vielleicht im Kopf,wenn wir aufhören, Bildung mit Beschulung gleichzusetzen und anfangen, das Leben selbst als den größten Lernort zu begreifen.
Vielen Dank für diesen tiefen Einblick in deine Gedankenwelt!
Alles Liebe, Katherina (Forum Admin)
Dank an euch beiden VorrednerInnen! Ja, diese Visionen brauchen wir...es muss eine Vorstellung existieren, bevor etwas Neues entstehen kann! Die ,kleinen Freiräume' reichen nicht, wenn es ums Thema Schulen geht. Es muss ein Recht auf 'Menschen'-Bildung geben, also ein ,Bildungsrecht' anstatt einer staatlichen Schulpflicht! Andere Länder Europas haben das zum Teil. Also: vernetzen wir uns ! Ja ! Herzliche Grüße, Gabi
Herzlich, Gabi Hermes
