hello friends, ein paar Gedanken zur Würde-Kommunikation. es ist schwierig für mich das Konzept anzusprechen.
wie jemand zu mir sagte: ich habe den wortschatz nicht dazu.
hier sind ein paar Beobachtungen von meiner Kindheit in der Eifel welche vielleicht zur diskussion beitragen:
Vier Gestalten
In den letzten Jahren habe ich mich oft gefragt, warum manche Menschen uns in Erinnerung bleiben.
Nicht wegen ihrer Berühmtheit.
Nicht wegen ihrer Macht.
Nicht einmal wegen ihrer Leistungen.
Sondern weil ihre bloße Anwesenheit etwas in uns berührt.
Als Kind in Deutschland begegnete ich solchen Menschen noch häufiger.
Da war der Pfarrer.
Nicht weil er die richtigen Antworten hatte. Sondern weil er in einer Welt der Eile eine andere Zeit verkörperte. Man hatte das Gefühl, dass nicht alles sofort gelöst werden musste.
Da war der Lehrer.
Nicht derjenige, der am meisten wusste, sondern derjenige, der selbst noch staunen konnte. Durch ihn wurde die Welt größer, nicht kleiner.
Da war der Arzt.
Er erschien oft dann, wenn Angst im Raum war. Seine Gegenwart änderte nicht immer die Umstände, aber sie veränderte die Art, wie man ihnen begegnete.
Und da war der Förster.
Vielleicht die stillste dieser Gestalten.
Er ging durch den Wald, als würde er mit etwas sprechen, das älter war als er selbst. Er dachte in Jahrzehnten, manchmal in Jahrhunderten. Als Kind verstand ich das nicht. Heute beeindruckt es mich umso mehr.
Diese Menschen hatten etwas gemeinsam.
Sie erklärten selten, wie man leben sollte.
Sie lebten auf eine Weise, die andere zum Nachdenken brachte.
Vielleicht brauchen wir heute weniger Erklärungen und mehr solcher Gestalten.
Menschen, deren Aufmerksamkeit ansteckend ist.
Menschen, die zeigen, dass Fürsorge möglich ist.
Menschen, die etwas bewahren, ohne es besitzen zu wollen.
Wenn ich an sie denke, frage ich mich manchmal, ob die wichtigsten Dinge im Leben nicht gelehrt werden können.
Vielleicht können sie nur vorgelebt werden.
Vielleicht entsteht das Wesentliche nicht durch Begriffe, sondern durch Begegnungen.
Und vielleicht beginnt jede Erneuerung einer Gemeinschaft dort, wo jemand einem solchen Menschen begegnet und denkt:
So möchte ich auch in der Welt stehen.
Die schönen einfühlsamen Beispiele einer Art von Begegnung, in der die Würde zumindest nicht verletzt wurde. Gerald Hüther nennt es einfach "Begegnung auf Augenhöhe - von Subjekt zu Subjekt". Etwas wunderbares, in einer Welt, in der schon die Kinder in der Schule auf den kulturellen Standard dressiert werden, seinen Nächsten darin zu übertreffen, empathie- und würdelos die Grundwerte eines Gemeinwohls zu verachten. Daher ist für mich die Würde nicht eine Einstellung zu mir selbst, sondern ein Appell an die Menschlichkeit, einer Kulturrevolution zu dienen, in welcher jedem Menschen seine Würde ganz einfach zufällt, weil die Kulturrevolution den Autoritarismus besiegt hat! Wegen den hier erwähnten Kausalzusammenhängen ist das Erreichen Von Würde ohne ethische Kulturrevolution nur Selbsttäuschung.
Hallo William,
danke für Deine Reflexion. Wie schön🙏
Begegnungen können m.E. sehr schöne Bereicherungen werden. Und der Zufall spielt eine Rolle. Und das Leben besteht von Begegnungen..,
